Sitzen ist das neue Rauchen
Über sieben Stunden pro Tag sitzen wir Deutschen durchschnittlich, Büroangestellte sogar noch länger, nämlich bis zu 9,6 Stunden. Die Zeit setzt sich zusammen aus Arbeitszeit, „abgesessene“ Zeit im Auto oder Zug, Essenszeiten am Tisch und Fernsehen am Abend.
Doch unser Körper ist nicht fürs Sitzen gemacht, sondern für ausdauernde Bewegung. Darum hat die Sitzerei auch so negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit. So steigen mit der Sitzdauer die Risiken für Diabetes Typ II, Krebs, Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht. Sitzen wird daher inzwischen genauso schädlich beurteilt wie das Rauchen.

Sitzen ist ungesund – gehört aber leider zum Alltag der meisten
Leider haben wir oft keinen Einfluss darauf, wie lang und wie oft wir während der Arbeitszeit sitzen müssen. Menschen, die im Büro arbeiten, können gerade einmal die Kaffeepausen und die Mittagspause nutzen, um ein wenig Bewegung zu bekommen. Doch sogar die verbringen viele nur im Sitzen.
Die gute Nachricht: Auch eine lange Sitzzeit kann durch genug Bewegung ausgeglichen werden. So können Menschen, die acht Stunden täglich sitzen, die negativen Folgen rückgängig machen, wenn sie sich täglich eine Stunde bewegen. Dafür muss übrigens niemand ins Fitness-Studio – flottes Spazierengehen oder Radfahren reicht bereits aus. Auch während der Arbeit bieten sich Übungen und Tipps an, mit denen man sich eine extra Portion Bewegung verschaffen kann.

1. Die nächste Sitzhaltung ist immer die beste
Spätestens nach fünf Minuten solltest Du Deine Sitzhaltung wechseln. Länger in einer Position zu verharren – und sei der Rücken noch so gerade – sorgt für eine einseitige Belastung der Wirbelsäule und der Muskulatur. Durch die Bewegung aktivierst Du Deine Rückenmuskulatur immer wieder aufs Neue und verhinderst damit, dass sie zu sehr abbaut.

2. Auch im Sitzen in Bewegung bleiben
Orthopäden empfehlen: Sitze, wie Du willst, aber bewege Dich dabei! Wackel mit den Füßen, schlage die Beine von einer Seite auf die nächste, strecke Dich. All diese kleinen Bewegungen bewahren Dich davor, einzurosten

3. Lehne Dich mal zurück
Auch wenn es ziemlich leger aussieht: Lehne Dich ruhig in Deinem Stuhl weit zurück. Dadurch wird Deine Wirbelsäule, vor allem die Lendenwirbelsäule, entlastet, da ein Großteil des Körpergewichts auf der Lehne liegt.
Gleichzeitig stehen Körper und Beine in dieser leicht liegenden Position in einem größeren Winkel zueinander. So können Beine und Füße besser durchblutet werden. Flüssigkeit aus den Beinen wird besser abtransportiert.

4. Jetzt machen wir uns leicht
Je weniger Gewicht der Körper zu stemmen hat, desto entspannter sind die Muskeln. Legt man Arme und Hände auf dem Tisch auf, entspannen sich Schulter und Nackenmuskulatur besser.

5. Sitzhöhe an die Körpergröße anpassen
Die meiste Zeit im Sitzen verbringen Büroangestellte. Also solltest Du Deinen Arbeitsplatz zumindest so individuell wie möglich auf sich abstimmen. Die richtige Sitzhöhe hast du erreicht, wenn Knie und Ellbogen im rechten Winkel stehen, wenn sie vertikal Richtung Boden bzw. Tisch stehen. Ein kleinerer Winkel kann Durchblutungsstörungen zur Folge haben.

6. Aufstehen! Mindestens einmal pro Stunde
Spätestens nach einer Stunde auf dem Bürostuhl solltest Du für ein paar Minuten aufstehen und ein paar Schritte gehen. Das wirkt wie eine kleine Massage auf Deine Wirbelsäule,  Faszien  können sich wieder lösen und Spannungen reduzieren sich.

7. Kleine Übung für Zwischendurch
Setze dich auf die vordere Stuhlkante. Die Oberarme legst Du am Oberkörper an und beugst die Unterarme im rechten Winkel ab. Deine Daumen zeigen nach oben. Nun bewege die Unterarme schnell auf und ab, als würdest Du damit etwas kleinhacken. Das solltest Du 30 Sekunden lang machen. Die Übung löst Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich, aktiviert den Stoffwechsel und sorgt für eine bessere Durchblutung.
Du siehst also: Dass wir viele Stunden am Tag sitzen müssen, haben wir oft nicht in der Hand. Doch es gibt einige Möglichkeiten, dem Körper dabei etwas Gutes zu tun.  Und sobald sich die Möglichkeit ergibt: raus an die frische Luft und bewegen, bewegen, bewegen!