Gastartikel von Ramin Waraghai

Kennst du das? Du lernst etwas Neues, etwas das dir bestimmt helfen würde gesünder zu leben, etwas, von dem die Experten sagen, dass es auf jeden Fall gut für dich wäre? Dann probierst du es hochmotiviert aus und egal ob du schon direkt Fortschritte gemacht hast oder nicht, holt dich nach ein paar Tagen dann doch der Alltagstrott wieder ein und du lässt die Sache erstmal (und meistens dann auch dauerhaft) links liegen. Damit stehst du keineswegs alleine da, denn es geht den meisten Menschen so!

Jeder, der in einem Fitnessstudio angemeldet ist, weiß, wie voll es dort im Januar auf einmal ist, wenn alle noch an ihren guten Vorsätzen arbeiten, und wie es dann Woche für Woche wieder immer leerer wird. Während man sich dann entweder selbst herunterzieht und denkt, man sei einfach zu faul oder die vielen anderen Verpflichtungen dafür verantwortlich macht, dass man einfach keine Zeit mehr dazu hat, lacht sich der Studiobetreiber ins Fäustchen, weil er wieder eine zahlende Karteileiche mehr zu seinen Mitgliedern zählen kann.

Damit dir das in Zukunft nicht mehr passiert, sondern du lernst, mit einer nachhaltig wirkenden Strategie, die sich sogar mühelos umsetzen lässt, an zukünftige Vorhaben heranzugehen, möchte ich dir meine M.Ü.H.E.L.O.S.-Methode vorstellen.

(Viel zu lesen ist nicht deins? Schau dir jetzt mein Youtube-Video zu diesem Thema an! https://youtu.be/nEkr6A1TfAY )

Bei dieser Herangehensweise geht es nicht darum, alle Gesundheitsaktivitäten (Bewegung, Ernährung, Sport, Stressreduktion, aktive Erholung etc.) perfekt machen zu „müssen“, denn das geht überhaupt nicht. Danach zu streben, kann uns sogar noch mehr unter Druck setzen und ist daher oftmals auch gar nicht gesund. Bei der M.Ü.H.E.L.O.S.-Methode geht es daher darum, sich durch gezielte Fragestellungen diejenigen Aktivitäten herauszufiltern, die mühelos umsetzbar sind.

Warum mühelos?

“Mühe“ wird definiert als: „Mit Schwierigkeiten/Belastungen verbundene Anstrengung; zeitraubender [Arbeits]aufwand. Da wir uns einreden, etwas machen zu „müssen“ oder zu „sollen“, wird es zur Extrabelastung, für die wir letztlich dann doch keine zusätzliche Zeit mehr aufbringen wollen. Wenn wir jedoch etwas finden, zu dem wir z. B. sagen: „Das würde ich wirklich gerne tun!“, „Das würde mir bestimmt helfen!“ oder: „Das zu verändern, ist überhaupt kein Problem für mich!“, dann ist es ein müheloser (Arbeits-)Aufwand, da er uns nicht belastet, uns die Zeit nicht „raubt“ und wir den Aufwand gerne in Kauf nehmen.

Wenn es bei dieser Methode also um mühelose Aktivitäten geht, dann meint das nicht eine vollkommen anstrengungsfreie Herangehensweise. Denn eine Aktivität impliziert immer eine Art von Anstrengung. Vielmehr geht es darum, diejenigen Aktivitäten auszuwählen, die nicht mit großen Schwierigkeiten verbunden sind und uns daher nicht zusätzlich belasten und womöglich noch mehr Stress erzeugen.

Die drei wichtigsten Merkmale einer solchen Aktivität sind erstens: Unsere Überzeugung davon, dass die Aktivität uns helfen wird. Glauben wir fest an das, was uns über den Nutzen der Aktivität gesagt wurde, werden die Effekte am größten sein und wir die investierte Zeit keinesfalls als Verschwendung wahrnehmen.

Zweitens: Wie sehr uns die Aktivität inspiriert bzw. uns Spaß macht. Fühlen wir uns von innen heraus dazu motiviert und würden uns vielleicht sogar darauf freuen, diese umzusetzen, stellt sie keine Belastung für uns dar und wir führen sie mit Leichtigkeit aus.

Und drittens: Für wie wahrscheinlich wir die Umsetzung einschätzen. Wir kennen uns und unser Leben am besten. Wenn wir versuchen den Aufwand der Aktivität realistisch einzuschätzen und Möglichkeiten in unserem Alltag finden, wo wir dafür Zeit hätten, stellt die Umsetzung kein Problem mehr für uns dar.

Deshalb wollen wir nun zu alledem, was du vor hast für deine Gesundheit zu tun, diese Werte bestimmen. Dafür stellst du dir zu jeder Aktivität, die du in Angriff nehmen willst, folgende drei Fragen und bewertest sie mithilfe einer Skala von 1-10:

 

Anschießend zählst du alle drei Werte zusammen und erhältst dadurch deinen Mühelos-Score.

Fokus ist für den Erfolg das Wichtigste! Nehme daher zunächst nur die Aktivität mit dem höchsten Score in Angriff. Denn diese hat das größte Potenzial, deine Gesundheit zu fördern und gleichzeitig sind die Chancen, dass du auch wirklich langfristig dran bleibst, am höchsten. Du wirst merken, dass diese Aktivität wirklich mit Leichtigkeit umsetzbar ist, anstatt dir zusätzliche Schwierigkeiten zu bereiten.

Um deiner Motivation noch mehr Nachdruck zu verleihen, gibt es zudem noch zwei Dinge, die du tun kannst.

  1. Suche dir einen Trainingspartner!

Nur Weniges kann unsere Motivation so sehr steigern, wie das gemeinsame Trainieren mit Gleichgesinnten. Auch, wenn ihr vielleicht nicht zusammen vor Ort trainieren könnt, könntet ihr vereinbaren, jedes Mal, wenn ihr eine Aktivität geplant habt, den anderen darüber zu informieren, ob ihr sie auch wirklich ausgeführt habt und somit einen kleinen Wettbewerb daraus machen.

  1. Verpflichte dich dazu, die Aktivität durchzuziehen!

Hierfür gibt es drei Ebenen der Verpflichtungen, die unterschiedlich viel Nachdruck besitzen. Die erste Ebene ist die Verpflichtung dir selbst gegenüber. Da du dich lediglich dir selbst gegenüber rechtfertigen musst, ist die Versuchung groß, diese Verpflichtung zu brechen. Trotzdem ist sie die Wichtigste, denn ein Vorhaben wirst du oftmals nur dann erfolgreich beenden, wenn du selbst davon überzeugt bist.

Die zweite ist die soziale Verpflichtung. Berichte deinen Freunden, deiner Familie oder in sozialen Netzwerken davon, dass du eine gesunde Aktivität angefangen hast. Das sorgt für viel Motivation, denn wir möchten ja schließlich nicht als Verlierer dastehen, wenn wir sie nicht durchgehalten haben.

Die dritte Ebene ist die finanzielle. Dabei wirkt der Verlust von Geld stärker als der Gewinn.

Hier könntest du dir also Geld zur Seite legen, welches du im Fall eines Nichtdurchhaltens

spendest oder anderweitig vergibst.

Den besten Motivationseffekt hast du dann, wenn du mehrere Ebenen miteinander verknüpfst. Wenn du dich beispielsweise deinem Ehepartner gegenüber verpflichtest, ihm einen neuen Fernseher zu kaufen, falls du die Aktivität nicht wie geplant durchziehst, verknüpfst du damit die soziale mit der finanziellen Ebene.

Die M.Ü.H.E.L.O.S.-Methode wurde vor allem konzipiert für Menschen mit Rückenproblemen, oder solchen, die diesen vorbeugen wollen. Um den multifaktoriellen Ursachen von Rückenproblemen gerecht zu werden, werden bei dieser Methode 7 Bereiche abgedeckt. Die Mentale Einstellung, Übungen, Haltungen im Alltag, Ernährung, Lieblingsaktivität, Optimierung der Umstände und Stressmanagement. Aktivitäten in all diesen Bereichen werden in meinem neuen Buch „Rücken Fit Challenge – Dein 6 Wochen Programm für einen nachhaltig gesunden Rücken“ vorgestellt. Das Buch ist aber nicht nur für einen gesunden Rücken zu empfehlen, sondern viele der vorgestellten Aktivitäten helfen unserer Gesundheit auch im Allgemeinen.

  • Tritt jetzt meiner kostenlosen Facebook-Gruppe bei, um dich mit anderen Gesundheitsinteressierten auszutauschen, immer wieder neue Tipps und Übungen von mir zu bekommen und dich den anderen Mitgliedern gegenüber verpflichten zu können.

https://www.facebook.com/groups/979682552201210/?source=create_flow

P.S.
Zum Frühlingsbeginn konnte ich Ramin überzeugen, meinen Lesern ein besonderes Geschenk zu machen. Schau einmal hier: Frühlingsangebot

Herzliche Grüße
Stephan