Heilung von innen: Meditation und Achtsamkeit

In unserem Alltag nehmen wir die Wirklichkeit nicht so wahr, wie sie wirklich ist. Wir lassen uns blenden von Vorstellungen und Einflüssen. Ehe wir dazu kommen tiefer darüber nachzudenken, ist die Möglichkeit auch schon vorbei, die Situation vergessen. Tatsächlich fehlt es uns die meiste Zeit an Ruhe und Weitblick. Das brauchen wir aber, um alles wahrzunehmen und zu verarbeiten. Wir sollten uns unserer Welt, unserem Leben, bewusst sein, allem mit wachem Geist begegnen, wahrnehmen und darauf reagieren. Wie gut wir das Umsetzen entscheidet sich dann die Qualität unserer Erlebnisse und damit unseres Befindens. Diese Achtsamkeit ist eine Besinnung, die sich auf das Hier-und-Jetzt fokussiert. Sie ist der Beginn eines Prozesses, der sich über das Nachdenken, die Beurteilung dann zu einem Handeln fortsetzt. Die Achtsamkeit ist in der Tat so wichtig, dass sie in der alternativen Medizin eine wichtige Rolle spielt. Viele unserer körperlichen und seelischen Krankheiten und Zipperlein haben ihren Ursprung nicht in einem körperlichen Defekt, sondern beruhen auf einer Kettenreaktion von vielen Faktoren. Oft sehen wir dann eine Krankheit, wo gar keine ist. Wir machen das Symptom zur Krankheit.

In der traditionellen Naturheilkunde war übrigens schon immer bekannt, dass der Körper und der Geist zusammen funktionieren und damit zusammen behandelt werden müssen. Gedanken und Gefühle haben einen direkten Einfluss auf Körperfunktionen und Symptome. Die sogenannte Achtsamkeitsmeditation hilft Menschen, ihre Selbstheilungskräfte zu stärken. Sie eignet sich auch bei der Heilung verschiedener chronischer Störungen. Achtsamkeitsübungen führen zu einer Routine, die ein seelisches und körperliches Wohlbefinden fördert. Sie haben einen nachhaltigen Effekt. Sie veränderte die innere Einstellung von Menschen zu ihren Beschwerden und verändert im Allgemeinen auch ihr Gesundheitsbewusstsein. Achtsamkeitsübungen sind heute nicht nur in der Naturheilkunde zu finden. Insbesondere Spitzensportler machen sich diese Methode zu Nutze. Stresssituationen können damit effektiver bewältigt werden, was sich dann ganzheitlich auswirkt.

Durch die Achtsamkeit findet eine Genesung automatisch statt. Wir nehmen unseren Körper, unsere Gefühle, Stimmungen und Gedanken wahr, spüren was kommt und wieder vergeht. Wir merken bewusst, wenn es uns gut geht und wenn etwas nicht stimmt. Das hilft bei körpereigenen Reparaturprozessen.

Es gibt heute Kurse und Programme die Achtsamkeits- und Meditationstechniken lehren. Sie zielen darauf ab chronische Krankheiten wie Schlafprobleme, Angststörungen und Depressionen, Fibromyalgie und Schmerzen, Herzprobleme, Hautkrankheiten und Magen-Darm-Krankheiten zu behandeln. In den Kursen werden verschiedene Techniken gelehrt und intensive geübt. Inzwischen konnte in vielen Studien nachgewiesen werden, dass die Methoden helfen. Einige deutsche Universitäten befassen sich ebenfalls mit dem Thema „Achtsamkeit“.

Ein kurzer Einblick in die Achtsamkeitsmeditation

Eine der bekanntesten Übungen ist die, die eigene Atmung zu beobachten. Klingt banal einfach, ist aber für die allermeisten Menschen tatsächlich eine sehr schwierige Aufgabe. Statt sich auf das Ein- und Ausatmen zu konzentrieren, springen die Gedanken in alle Richtungen. Immer kommen neue Gedanken auf, verwirren und lenken ab. Der Meditationsversuch scheitert. Wir merken dabei, wie wenig wir das was in unserem eigenen Kopf passiert, eigentlich im Griff haben. Uns erschreckt es fast, wie wenig bewusst sich unser angebliches Bewusstsein tatsächlich verhält. Es erfordert etwas Geduld und Übung, die Vorgänge im Kopf langsam unter Kontrolle zu kriegen und sich zu konzentrieren. Aber nach und nach kehrt in unserer Schaltzentrale Ruhe ein.

Mit anderen Achtsamkeitsübungen können wir lernen unseren Körper in Gedanken abzutasten und dabei alle Empfindungen ganz bewusst wahrzunehmen. Damit kann die Wahrnehmung für unseren eignen Körper geschärft werden. Mit ein bisschen Übung können wir Körperbereiche spüren, die wir zuvor vielleicht noch nie so wirklich wahrgenommen haben. Vielleicht entdecken wir sogar Empfindungen, von denen wir bislang noch gar nichts geahnt haben.

Auch mit anderen Formen der Achtsamkeitsmeditation kann so etwas erlebt werden. Bei Yogaübungen beispielsweise. Aber erstaunlicherweise sogar beim Gehen, Essen oder allen anderen ganz bewusst und achtsam ausgeführten Alltagstätigkeiten. Die Achtsamkeit wird durch Übung entwickelt. Dadurch können alte, eingefahrene Gewohnheiten durchbrochen werden und unser Blick auf unser Leben ändert sich.

Egal welche Form von Achtsamkeitsmeditation angewendet wird. Sie haben alle eines gemeinsam: den Widerspruch im ganz bewussten Nichts-Tun. Besonders gesundheitliche Probleme kann man mit Meditation in Griff kriegen. Interessanterweise nimmt die Meditation Krankheiten nicht direkt ins Visier. Vielmehr lehrt sie, die Probleme als einen Zustand wie jeden anderen anzunehmen. So seltsam dies erscheinen mag, es ist genau diese Haltung, die eine Heilung tatsächlich erst möglich macht. Um Ziele zu erreichen, müssen sie losgelassen werden. Und im Grunde wissen wir ja alle – sich aufzuregen, bringt keine Heilung, verschlimmert nur alles. Obwohl die Aufmerksamkeitsmeditation keine leichte Aufgabe ist, kann sie uns unglaubliche Erleichterung verschaffen. Sie gibt uns Vertrauen in die eigene Kraft.